Von Serbien nach Künzelsau – Schüleraustausch mit der Kaufmännischen Schule Künzelsau

Dass Europa größer ist als die Europäische Union und dass Serbien ein europäisches Land ist, das nach Westen blickt, das erlebten Künzelsauer Schülerinnen und Schüler. 24 junge Leute von der Kaufmännischen Schule in Sopot  bei Belgrad besuchten im Rahmen eines Schüleraustauschs mit ihren Lehrerinnen Jasmina Gajic und Jasminka Budimlija die Kaufmännische Schule Künzelsau. Zusammen mit ihren Gastgebern absolvierten sie ein reiches Programm über Land und Leute, Wirtschaft, Schulsystem und Politik, das von Studiendirektorin Inge Wagner zusammengestellt und begleitet wurde.

Neu war für die serbischen Schüler zunächst einmal die duale Ausbildung in Schule und Betrieb, mit der bei uns ihre Altersgenossen erfolgreich in die Arbeitswelt eingeführt werden. Nebenher gab es natürlich viel Zeit, sich über Kultur und Tradition zu informieren, überwiegend auf Englisch, denn die wenigsten konnten die Sprache der Partner. Dass man das Englische nicht nur in englischsprachigen Ländern braucht, war für viele eine ganz neue Erkenntnis. Künzelsau erkundeten die jungen Leute in einer Stadtralley, die von der Juniorfirma JTK der Schule organisiert und betreut war. Im Landratsamt erläuterte Dezernent Günter Rammhofer die kommunalen Strukturen und touristischen Vorzüge Hohenlohes sowie die Aufgaben des Landkreises, der ja auch Träger der Berufsschulen ist. Einblicke in die Arbeitswelt öffneten sich in Projektarbeiten kleiner Teams aus deutschen und serbischen Schülern bei Reca-Norm, bei Stahl und bei SWG. Jugendprobleme und  Freizeitgestaltung bei uns und in Serbien wurden in weiteren Projekten thematisiert, mit statistischen Materialien vertieft und dann in englischer Sprache vorgestellt. Von den Präsentationen bei Firma Würth waren nicht nur Schulleiter Gerald Bollgönn und Würth-Ausbildungsleiter Thomas Wagner beeindruckt, sondern auch Pero Jankovic, Serbiens Generalkonsul in Baden-Württemberg  und Dr. Heinz-Theo Niephaus , der als Beauftragter des Kultusministeriums den deutsch-serbischen Schüleraustausch begleitet.

Was das Land an touristischen Attraktionen zu bieten hat, davon bekamen die jungen Leute Kostproben auf einer Stadtführung durch Schwäbisch Hall und im Daimler-Benz-Museum in Stuttgart. Dass es längst Verflechtungen der beiden Länder gibt, zeigten Besuche im Serbischen Konsulat und in einer serbisch-orthodoxen Kirche in Stuttgart.

Beim Abschied der serbischen Gäste am 1. Mai stellte Schulleiter Gerald Bollgönn heraus, dass mit diesem ersten Schüleraustausch der Grundstein für eine lange und gute Partnerschaft gelegt worden sei, mehr noch, für den  Beginn von Freundschaften. Dass er damit keineswegs übertrieben hatte, dafür sprachen die Tränen, die in manchem Auge glänzten, und die Vorfreude, dass man sich im Herbst in Serbien wieder sehen werde.

 
 
Herr Dr. Hagdorn zeigt den serbischen und deutschen Schülern Schwäbisch Hall Gruppenbild vor St. Michael
Präsentation der Projekte
Besuch im serbischen Konsulat

Herr Generalkonsul Jankovic mit "Dolmetscher" Marco