Vom Kocher an die Donau – Schüleraustausch mit Serbien

 

Bereits diesen April war eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus Sopot in Serbien mit ihren Lehrkräften für eine Woche nach Künzelsau gekommen, um einmal zu erfahren, wie man hier lebt und lernt. Gastgeber war die Kaufmännische Schule Künzelsau.

Nun hat der Gegenbesuch stattgefunden. 16 junge Leute aus der Berufsschule, der Wirtschaftsschule, dem Berufskolleg und der Wirtschaftsoberschule machten sich mit Oberstudienrätin Elke Krause und Studiendirektorin Inge Wagner, die den Austausch organisiert, auf die Reise. Spannend sollte es werden, bestiegen doch manche unserer Hohenloher zum ersten Mal ein Flugzeug. Was würde sie in dem fremden Land erwarten, in der Gastfamilie, in der sie untergebracht werden sollten? Eine äußerst warmherzige Begrüßung, kleine Geschenke und viel Sympathie ließen schnell die letzten Reste von Reserviertheit dahinschmelzen.

Sopot, 50 km von Belgrad entfernt, lässt sich mit seinen 15.000 Einwohnern durchaus mit Künzelsau vergleichen, nicht jedoch in der Wirtschaftsstruktur. Der Bürgermeister zeigte gleich, dass ihm die Schulpartnerschaft wichtig ist. Schulträger ist die politische Gemeinde. So waren zum Empfang Vertreter der Presse und sogar des nationalen Fernsehsenders zugegen, das am Abend über den Austausch berichtete.

Mit der Schulpartnerschaft soll ein Rahmen für eine Zusammenarbeit im Bereich der Übungs- und Juniorfirmen geboten werden, man strebt gemeinsame Projekte in der Ausbildung zum Kaufmann an und versucht die jeweiligen Lehrpläne zu vergleichen. Ein Lerneffekt zeigte sich schon nach wenigen Stunden in aller Deutlichkeit: Englisch zu lernen ist kein Folterinstrument sturer Pauker, sondern unverzichtbare Grundlage der Kommunikation.

Neben dem gemeinsamen Arbeiten in der Schule gehörten zum Programm ein Besuch in der Deutschen Botschaft in Belgrad, dann eine Besichtigung der serbischen Metropole an der Donau, Besuche des historischen Klosters Tresije mit seinen byzantinischen Fresken.
Fast wie zu Hause durfte man sich dann in der serbischen Niederlassung der Adolf Würth KG an der Peripherie von Belgrad fühlen. Natürlich blieb auch Zeit, um sich zusammen mit den serbischen Schülerinnen und Schülern auf eigene Faust sein Bild vom Leben in Belgrad zu vertiefen.

Ganz besondere Erfahrungen machten unsere jungen Leute in ihren Gastfamilien: Sie erlebten, wie mit kompromissloser Gastfreundlichkeit aus sehr wenig sehr viel gemacht werden kann, wie man zusammenrücken muss, wo wenig Platz ist, und wie man schätzt, was man hat, wenn es nicht selbstverständlich alles gibt. So ist sicher manch ein junger Hohenloher nach einer Woche wieder zu Hause angekommen und hat gelernt, dass unser Wohlstand alles andere als selbstverständlich ist, dass man Menschen nicht nach dem messen darf, was sie haben, und dass Hektik und Effizienz nicht alles sind im Leben. Sie haben aber auch gelernt, wie schwierig es ist zu planen und seine Pläne umzusetzen, wenn nicht alles reibungslos funktioniert.

Dr. Hans Hagdorn

Empfang in der deutschen Botschaft in Belgrad Stadtführung in Belgrad
Empfang bei Würth Belgrad Besuch im Kloster Tresije
Die Fußgängerzone in Novisad Unsere Partnerschule in Sopot
Deutsch-serbische Tanzstunde Deutsch-serbische Verbundenheit