Workshop mit gewaltigem Erfolg

-Drei Schüler gewinnen 15.000 Euro bei landesweitem Wettbewerb-

 

Von Aileen Hornung

Freuen sich über den gewonnen Beo-Wettbewerb (von links): Karin Huber, Jörg Hachenberg, Tatjana Lejbert, Jana Kubat, Tobias Knölle und Elke Krause. Foto: Aileen Hornung

Wie entsteht Gewalt? Wie lässt sie sich vermeiden? Und vor allem: Was kann man dagegen tun? Mit diesen Fragen beschäftigten sich drei Schüler der Kaufmännischen Schule Künzelsau, genauer gesagt ihrer Juniorfirma, der Junior Trading Künzelsau (JTK). Zur Belohnung aller Mühen belegten die Azubis Tobias Knölle (20) (Ziehl-Abegg), Tatjana Lejbert (20, JTK) und Jana Kubat (21) (Ziehl-Abegg) nun beim landesweiten Beo-Wettbewerb der Beruflichen Schulen den ersten Platz.

Zwei Kriterien Im Rahmen ihres Workshops „Gewaltprävention“ besuchten sie fünf Schulen im Hohenlohekreis und brachten die Fünft- bis Siebtklässler spielerisch dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Entstanden ist der Workshop „Gewaltprävention“ Ende Oktober vergangenen Jahres, als die JTK-ler Projektgruppen bilden sollten. Um alle Schüler gleichermaßen ansprechen zu können, mussten bei der Bildung der Projektteams zwei Kriterien erfüllt werden: Gemischtgeschlechtlich sollten die Dreiergruppen sein, zudem sollte eines der Teammitglieder einen Migrationshintergrund haben.

Mobbing Tobias, Jana und Tatjana fanden sich und schnell auch ihr Thema. „Wir fanden sehr schnell Freude bei der Vorbereitung“, so Tobias Knölle. Bei den fünf Klassenbesuchen, die in der Regel etwa zwei bis drei Stunden in Anspruch nahmen, sollten die Schüler für die Entstehung von Gewalt und Mobbing, wie auch den Umgang mit ihr, sensibilisiert werden.

Ganz wichtig war hier die Gruppenarbeit. „Die Schüler sollten einfach selber zum Nachdenken kommen“, erklärt Tatjana Lejbert. Vor und nach den Besuchen gab es Gespräche mit den jeweiligen Lehrern. Das Feedback sei überaus positiv gewesen. „Alle waren begeistert“, so Tobias Knölle, „und die Schüler haben allesamt zugesagt, nächstes Jahr wieder mitmachen zu wollen.“ Anfängliche Unsicherheit war schnell verflogen. „Aufgeregt“ und „nervös“ seien sie zu Beginn gewesen, die letzten Male aber nur noch „richtig gut und richtig sicher“, so Jana Kubat. „Und viel Spaß hat es auch gemacht.“

Die positive Entwicklung ist auch Elke Krause von der JTK nicht entgangen. „Für uns war es sehr wichtig zu sehen, wie toll sich die Drei entwickelt haben.“ Von Bedeutung für die Vor- und Nachbereitung der Projektarbeit war auch die Beratung und Begleitung durch die Polizeidirektion Künzelsau.

„Das Modell hat mir gleich sehr gut gefallen“, sagt Jörg Hachenberg, Leiter der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. „Auch andere Schulen sollen sehen, dass sich Engagement lohnt, Mut zu haben, etwas anzupacken, und damit auch andere anzustecken.“

Nachhaltig Für Hachenberg ist die „Nachhaltigkeit“ ein wichtiges Stichwort, und diese sei, dadurch, dass das Projekt weitergeleitet wird, auch gewährleistet. Die Preisgeldsumme von 15 000 Euro wird das „Weiterleben“ des Projektes sichern. Stolz sind auch die drei Hauptakteure selbst. Jana Kubat: „Allein schon, dass wir nominiert wurden, war toll. Aber dann auf dem ersten Platz zu landen - das ist schon eine besondere Ehre.“

Hohenloher Zeitung 08.05.2009