Berufs- und Bildungsinformationstag am Berufsschulzentrum Künzelsau
 

Messeatmosphäre herrscht in der Eberhard-Gienger-Halle in Künzelsau: mehr als 30 Stände bekannter, regionaler Unternehmen, zahlreiche Besucher und angeregte Gespräche. Das durchgängige Thema ist die Ausbildung. Zum ersten Mal findet ein Infotag in dieser Form im Berufsschulzentrum statt.
Auch Andrea Bayer, Jan-Michael Lorenz und Peter Knips, drei Schüler der zweijährigen Wirtschaftsschule, haben sich verabredet, um einen gemeinsamen Rundgang zu machen. "Im Unterricht haben wir den Besuch der Veranstaltung vorbereitet", erzählt Jan-Michael. "Wir hoffen, dass wir heute hilfreiche Informationen bekommen." Die Richtung in der Berufswahl steht schon fest: Industriekaufmann oder Groß- und Außenhandelskaufmann. Im nächsten Jahr wollen sie den Realschulabschluss an der Wirtschaftsschule machen, dann sollte der Ausbildungsplatz schon gefunden sein.
 Also gilt es, sich rechtzeitig schlau zu machen. "Wir haben uns drei Firmen ausgesucht, die wir heute besuchen wollen", sagt Andrea. Die Wahl ist auf Bürkert, Würth und Ziehl-Abegg gefallen. Bewaffnet mit einem Fragebogen geht es los. Was ist Voraussetzung für die Ausbildung? Wie werden die Azubis ausgewählt? Finden Leistungstests zur Auswahl statt? Dazu noch Fragen nach zusätzlichen Angeboten und einiges mehr.
Bei Ziehl-Abegg nehmen sich Tina Hartmann, selbst noch Azubi, und Manfred Scheu, Leiter der gewerblich-technischen Ausbildung, Zeit für das Trio. Im Gespräch gibt es auch Informationen, die für alle Ausbildungsberufe gelten. "Wenn eine Bewerberin oder ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, kommt es auf den persönlichen Eindruck an." Dazu gehört auch passende Kleidung. Nicht übertrieben, aber auch nicht zu lässig soll das Outfit sein. Je nach Ausbildungsberuf kann es Tests geben. "Englisch ist ganz wichtig", betont Manfred Scheu. Da kann es schon einmal sein, dass die angegebenen Kenntnisse im Gespräch auf die Probe gestellt werden.
 

Jetzt geht es weiter an den Nachbarstand zu Würth. Azubi Sarah Messerschmidt ist hier die Ansprechpartnerin. "Neben den Schulnoten ist bei der Bewerbung auch interessant, was man sonst nebenher macht", erklärt sie. Praktika oder soziales Engagement können einen guten Eindruck machen. Die nächste Station ist der Stand von Bürkert. Andrea staunt, dass hier die Ausbildung schon eine so lange Tradition hat. Immerhin 60 Jahre.
Die erste Runde ist beendet, jetzt geht es weiter zu einem Workshop, in dem Berufe im Detail vorgestellt werden. Wie waren die Eindrücke von den Standbesuchen? Die Drei sind zufrieden. "Es waren sehr viele Informationen auf einem Fleck", meint Andrea. Ihre Klassenkameraden ziehen schon ein erstes Fazit. "Man kann sich jetzt ein besseres Bild vom Beruf machen." Bleibt also nur noch Daumendrücken, wenn es ans Bewerbungsschreiben geht.
Der Berufsinfotag, organisiert von den Beruflichen Schulen , fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Zielgruppe waren Hauptschüler der Klasse 8, Realschüler der Klasse 9 und Gymnasiasten, die ein Berufskolleg in Teilzeitform absolviert haben. Bislang fanden derartige Infoveranstaltungen dezentral an den Schulen statt. Insgesamt 39 Aussteller nahmen teil. Von Unternehmen bis zur IHK und Handwerkskammer. Ziel ist eine Sensibilisierung der beruflichen Neigung und Verstärkung der beruflichen Orientierung.

Annette Wenk Hohenloher Zeitung

 

 
Die Bilder erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit der beteiligten Firmen und Ausbildungsbetriebe
.