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Wer wollte im
Zeitalter der Globalisierung, wo die Welt von
Produkten aus China überschwemmt wird, von wo
Rekorde auf Rekorde gemeldet werden, im
Olympiajahr 2008 zumal, wer wollte da nicht
Chinesisch können? Wenigstens ein bisschen?
Allerdings kann sich nicht jeder ein
chinesisches Kindermädchen leisten, wie das
besorgte New Yorker Eltern tun, um ihre Kids
fürs angehende Jahrhundert fit zu machen. Die
Kaufmännische Schule Künzelsau hat hier bei uns
Abhilfe geschaffen – wieder einmal durch ihren
aktiven Freundeskreis. Organisiert wurde der
Kurs von der JTK - Junior Trading Künzelsau, der
Juniorfirma der Kaufmännischen Schule. Engagiert
wurde Frau Wacker-Zheng, im Hohenlohekreis keine
Unbekannte, denn sie lebt schon seit 1990 in
Schöntal-Bieringen und ihr ausgezeichnetes
Deutsch kann sie auch hohenlohisch akzentuieren.
In Shanghai studierte sie Germanistik und bei
der Firma Würth absolvierte sie eine Ausbildung
zur Kauffrau für Groß- und Außenhandel, so dass
sie geradezu prädestiniert ist, kaufmännischen
Auszubildenden erste Kenntnisse in der
chinesischen Sprache und Kultur zu vermitteln.
Das Interesse an dem Kurs war sehr groß, hatte
man zunächst doch nur mit acht bis zehn
Interessenten gerechnet. Am Ende waren es 33
Azubis, aufgeteilt in zwei Gruppen, die an acht
Abenden nach Arbeitsschluss noch für drei
Unterrichtsstunden die Schulbank drücken
wollten, um chinesische Aussprache, Grammatik
und einige wichtige Zeichen zu lernen. So
machten sie sich fit für die Bewältigung von
gängigen Alltagssituationen. Der erste Kurs ist
mittlerweile abgeschlossen und alle haben ihre
Feuertaufe bestanden. Denn als Gesellenstück
stand ein gemeinsames Essen beim Chinesen auf
dem Programm. Aufgeregt und doch etwas bang
nahmen wohl die meisten die fernöstliche
Speisekarte entgegen. Mit heftigem Herzklopfen
fassten sich die ersten Mutigen dann ein Herz
und sprachen den Kellner auf Chinesisch an.
Dessen Überraschung war groß, aber noch größer
und freudiger war die Überraschung, dass der
Gruß auch tatsächlich erwidert wurde. Bald
trauten sich alle, die schwierigen Laute zu
formen, und bestellten die kulinarischen
Leckerbissen in der Originalsprache. Als
Höhepunkt des Abends nahmen die Absolventen
voller Stolz ihre Zertifikate entgegen. Und nach
Pfingsten geht es dann mit der zweiten Staffel
weiter. Aber damit nicht genug: Im Herbst soll
dann ein Fortgeschrittenenkurs folgen.
Karin Hagdorn
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