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Minister-Stopover in Künzelsau. – Landesminister Prof. Dr. Wolfgang Reinhardt besucht die Kaufmännische Schule |
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Trotz Kabinetts-Revirement hat Prof. Reinhardt, bis dato Minister für Bundesangelegenheiten und Staatsminister bei der Landesregierung, studierter Jurist und Politikwissenschaftler, bis 2004 Rechtsanwalt in Tauberbischofsheim, und ab Juni designierter Europaminister, es sich nicht nehmen lassen auf dem Weg nach Stuttgart in Künzelsau Halt zu machen und vor 70 Schülerinnen und Schülern der Kaufmännischen Schule über das Land und die Landespolitik zu sprechen. Begrüßt wurde der hohe Gast im Namen des Landrats von Kreiskämmerer Helmut Kercher sowie von Dr. Walter Jaeger, dem Vorsitzenden des Freundeskreises, und dem stellvertretenden Schulleiter Kurt Herold. Wie schon oft hat Oberstudienrat Heinz Deuerbach die Veranstaltung eingefädelt. Gemäß dem Motto „Der Weg zum Glück führt über die Brücke innerer Zufriedenheit“, erläuterte der Minister, wie weit unser Bundesland auf diesem Weg vorangeschritten ist. Als Exportland Nr.1 kann Baden-Württemberg bundesweit auf die meisten Patentanmeldungen pro Kopf blicken, beheimatet vier der 10 bundesweit mit dem Exzellenz-Prädikat ausgezeichneten Hochschulen und hat auch bei den PISA-Studien mit guten Werten abgeschnitten. Das Rückgrat des Landes sieht der Minister in seiner ausgeprägten mittelständischen Wirtschaft, die bei insgesamt niedriger Arbeitslosenquote 70 % der Arbeitsplätze und 80 % der Ausbildungsplätze stellt. Mussten viele tüchtige Menschen vor 100 Jahren ihre arme württembergische Heimat noch verlassen und in Amerika ihr Glück suchen, hat das Land in den letzten Jahrzehnten Hunderttausende von Einwanderern integriert. Diese Erfolgsbilanz spiegelt sich in den internationalen Ranking-Listen, wo Baden-Württemberg als innovatives Land mit besten Noten brilliert. Sichtlich Spaß machte es dem Minister die Fragen der Schüler und der Azubis zu beantworten, z.B. warum es so große Unterschiede in der Arbeitslosigkeit zwischen Ost und West gebe. Gründe dafür sieht er in der Mentalität vieler Ostdeutscher, die nach 50 Jahren Sozialismus, ohne wettbewerbsfähige Betriebe nach der Wende, heute zur Abwanderung strebsamer junger Menschen führe. Studiengebühren rechtfertigte der Minister mit Gerechtigkeitsgründen und rechnete vor, dass ein Studienplatz in der Medizin den Staat 100.000 € koste, Medizinstudenten als fertige Ärzte dafür dann vielleicht 5.000 € zurückzahlen müssten, wenn sie „gut“ verdienen. Einem Arbeiter am Fließband mit drei kleinen Kindern könne es dabei nicht zugemutet werden dieses Studium über seine Steuern zu finanzieren. Überdies kämen Studiengebühren auch den Studenten selbst zugute, denn sie führten auch zur zügigen Beendigung des Studiums. Schulpflicht für Kinder schon ab dem 4. oder 5. Jahr hält Minister Reinhardt durchaus für sinnvoll, sofern die Unterrichtsformen altersgemäß sind, denn Kinder seien ja ungeheuer wissbegierig und könnten nach wissenschaftlichen Untersuchungen Fremdsprachen v.a. im Alter bis 7 oder 8 Jahre optimal erlernen. Nach Ausführungen zur Bankenkrise gab der Minister den jungen Leuten den Appell von John F. Kennedy mit auf den Weg, sie sollten sich nicht fragen, was ihr Land für sie tun könne, sondern was sie für ihr Land tun könnten.
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Bild: OStR Heinz Deuerbach, MdBChristian von Stetten, StD Kurt Herold, Dr. Walter Jaeger, Minister Dr. Reindhardt, Kreiskämmerer Helmut Kercher (v. li.) |