Freundeskreis der Kaufmännischen Schule Künzelsau
Auf der Überholspur im Premiumsegment

Albrecht Reimold von AUDI Neckarsulm spricht in der Kaufmännischen Schule Künzelsau

Auch dieses Jahr hat der Freundeskreis der Kaufmännischen Schule Künzelsau wieder einen Top-Referenten zu seiner Mitgliederversammlung eingeladen. Dr. Walter Jaeger begrüßte als Vorsitzender den Werksleiter von AUDI Neckarsulm, Albrecht Reimold. Vor sein Referat über die Herausforderungen an den AUDI-Standort Neckarsulm schaltete er einen Animationsfilm, der im vollbesetzten Saal bei Schülern, Lehrern und Vertretern der Wirtschaft richtig Lust aufs Fahren im Premiumsegment machte. Zur Strategie 2010 gehörten Vision und Mission, als Ziel Wachstum durch Innovation und schließlich ein durch die Mitarbeiter geprägtes Image. Dann präsentierte er beeindruckende Verkaufszahlen und konstatierte, dass AUDI nicht nur als Premiummarke führend ist, sondern auch als beliebter Arbeitgeber. Er stellte die äußerst erfolgreichen Produktionsstätten vor, Changchun in Nord-China, Aurangabad in Indien, dem wichtigsten Wachstumsmarkt der Zukunft, Györ in Ungarn, wo Motoren gefertigt werden, Sant Agada in Italien, wo Lamborghini gefertigt wird, Martorell in Spanien, Brüssel und natürlich Ingolstadt.

Neckarsulm, mit 14.000 Mitarbeitern größter Arbeitgeber der Region, wo jeden Tag 1.150 Fahrzeuge vom Band gehen, hatte 2010 besonders viele Modell-Produktionsanläufe und viele Preise und Auszeichnungen erzielt. Voller Stolz konnte Albrecht Reimold berichten, dass in den vergangenen 30 Jahren kein in Neckarsulm gefertigter Rennmotor ausgefallen, dass aber auch selbst in schwierigen Zeiten das Personal gehalten worden sei. 2010 seien hier schon 360 Millionen Euro investiert worden und bis 2012 würden es 1,3 Milliarden sein, die in Produktion und Infrastruktur flössen. Besondere Herausforderungen brächten der Wandel in der Verkehrsinfrastruktur, aber genauso der demographische Wandel, die wachsende Urbanisierung, die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und ganz allgemein die Entwicklung der Weltwirtschaft. Dem müsse AUDI mit progressiver Innovationspolitik und anhaltender Kundenbegeisterung begegnen. Bestimmt würde künftig noch mehr marktnah in China und Indien produziert. Weiter sprach Werksleiter Reimold über den internen Wettbewerb im VW-Konzern mit seinen 10 Marken, über die Notwendigkeit, Lieferanten verstärkt zu integrieren, um damit Lieferengpässen vorzubeugen, über Elektromobilität als kommende Schlüsseltechnologie und über ökologische Nachhaltigkeit. AUDI nehme die soziale Verantwortung für die Region in Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter genauso wie im Ausbau von Hochschulkooperationen an und sei auf die Herausforderungen der Zukunft eingestellt.

Schließlich stellte sich Albrecht Reimold noch Fragen aus der Zuhörerschaft zur Konkurrenz mit Porsche, zur Zukunft der Elektromobilität, zu Führungsstrukturen im Werk, zum Verhältnis zur Bahn und zur Kooperation in Joint Ventures mit chinesischen Partnern.

Nach solchen spannenden Innenansichten eines Konzerns lenkte Dr. Jaeger zurück zum Freundeskreis Kaufmännische Schule Künzelsau, dessen versammelte Mitglieder einen neuen Vorstand zu wählen hatten. Nach 12 Jahren legte Dr. Jaeger den Vorsitz nieder. Die Mitgliederversammlung folgte dann dem Vorschlag des alten Vorstands und wählte Volker Retz, Geschäftsführer Vertrieb Innendienst in der Adolf Würth GmbH & Co. KG zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Der übrige Vorstand wurde wiedergewählt. Schulleiter Gerald Bollgönn dankte als Zweiter Vorsitzender Dr. Jaeger für seine erfolgreiche Tätigkeit. Immerhin hat der Freundeskreis Jahr für Jahr mehrere tausend Euro zum Nutzen von Schule und Schülern gestiftet und vieles möglich gemacht, wovon andere nur träumen können.

Dr. Hans Hagdorn