Erneuerbare Energien im Hohenlohischen – Sebastian Dürr vom EnergieZentrum Wolpertshausen berichtet vor Künzelsauer Berufsschülern

Über 100 Schülerinnen und Schüler aus den Kaufmännischen Berufskollegs und aus der neu eingerichteten Wirtschaftsoberschule ließen sich über die gegenwärtige Situation bei der Gewinnung erneuerbarer Energien in der Region und ihre Entwicklungsmöglichkeiten informieren. Zu der Veranstaltung hatte der Freundeskreis der Kaufmännischen Schule Künzelsau eingeladen. Der Referent, Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Dürr, studierte an der FH Heilbronn-Künzelsau Gebäudesystemtechnik und leitet das EnergieZentrum Wolpertshausen in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall. Dort berät man kommunale Auftraggeber, Handel, Gewerbe und Industrie, aber auch Privatkunden in allen Fragen der Energiewirtschaft.

In seinem Referat konnte Dürr beeindruckende Zahlen zu den wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung und der Wärmebereitstellung in Deutschland und in der Region vorlegen, die sich auch im Gesamtumsatz von 23 Mrd. Euro und 230.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr niederschlagen. Allein hier in der Region wurden 4,2 Mrd. Euro in Fotovoltaik investiert, 2,5 Mrd. in Windenergie und 1,35 Mrd. in Biogastechnik. Als Beispiele stehen Firmen wie Novotech in Wolpertshausen, die sich von der Garagenfirma zum mittelständischen Betrieb entwickelt haben.

Bis 2010 strebt die Bundesregierung eine Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien bei der Energiebereitstellung an, bis 2050 dann 50 %. Welche Energieträger und welche Verhaltensänderungen beim Verbraucher dabei eine Rolle spielen würden, erläuterte Dürr jeweils mit den wesentlichen Vor- und Nachteilen, denn jede Technik hat zwei Seiten. Als Leuchtturmprojekte ragten aus der Region bereits hervor die Solarthermie im Crailsheimer Konversionsgebiet Hirtenäcker, das Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Schwäbisch Hall oder neue Formen im Contracting für Kunden in der Landwirtschaft. Besonders wichtig würden künftig, so Sebastian Dürr, Wissen, Effizienz, die Qualität der Netze und flexible Tarifstrukturen.

Für die Schüler, die in den nächsten Jahren ins Studium gingen oder nach der Schulabschlussprüfung gleich für den Arbeitsmarkt bereitstünden, biete das Gesamtfeld der erneuerbaren Energien interessante und zukunftssichere Jobs, und zwar nicht nur für Techniker, sondern auch für Kaufleute im Bereich des Controlling von Energieproduktion, -effizienz und –handel. Weitere Jobmotoren ergeben sich aus den demographischen Entwicklungen hier zu Lande und im Kontakt mit den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), deren Rohstoffreichtum, Energiehunger und Industrieproduktion ungeahnte Möglichkeiten eröffneten.

In der anschließenden Diskussion gab Sebastian Dürre den jungen Leuten gute Ratschläge für ihre berufliche Zukunft, aber auch ganz konkret dazu, was sie persönlich tun könnten, um schonend mit Energie und Umwelt umzugehen.

Dr. Hans Hagdorn