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Als „resolute
Hüterin des Sozialen“ apostrophierte das
Unternehmermagazin „Impulse“ die polyglotte
Wahl-Hohenloherin Evelyne Gebhardt, die als
einzige Sozialdemokratin aus Baden-Württemberg
das Land im Europa-Parlament in Straßburg
vertritt. Die Politikerin, zum zweiten Mal
Europäerin des Jahres, unter die 25 mächtigsten
Deutschen in Brüssel gezählt, kam zum
Samstagsunterricht an der Kaufmännischen Schule
Künzelsau und sprach vor Schülern, die zu
Wirtschaftsassistenten mit Zusatzqualifikation
ausgebildet werden, über Europa. Wie wichtig es
ist, im weiter zusammenwachsenden Europa fremde
Sprachen zu beherrschen, musste die perfekt
bilinguale Politikerin nicht erst betonen. Das
beweist schon ihre Person und ihre Karriere zur
Spitzenpolitikerin, ihre Kompetenz in Fragen des
Verbraucherschutzes, der europäischen
Dienstleistungsrichtlinie, der medizinischen
Ethik, der Biotechnologie oder auch im Schutz
von Kindern aus gescheiterten binationalen
Partnerschaften.
In ihrem Referat brachte sie den Schülerinnen
und Schülern, die vielleicht selbst einmal in
einem anderen Land der EU arbeiten wollen,
Rechtsfragen bei der Wahl des Arbeitsplatzes
nahe und spannte den Bogen von Einschränkungen
in der Wahl des Arbeitsplatzes bis zu
Rentenansprüchen „multikultureller
Arbeitnehmer“. Dann konzentrierte sich ihr
Vortrag aber auf die Zukunft der EU, die
Vorteile der Mitgliedsländer und ihrer Bürger in
Sachen Menschenrechte und Arbeitnehmerschutz.
Ihrer Ansicht nach waren die Chancen für eine
gemeinsame EU-Verfassung schwer abschätzbar, was
die schwierigen Verhandlungen in Heiligendamm
dann ja auch zeigten. So würden aus der EU
sicher keine Vereinigten Staaten von Europa,
aber die Mitgliedländer rückten dennoch näher
zusammen, auch wenn manche Mitglieder in der EU
v. a. eine Handelsunion sähen und einer
politischen Union distanziert gegenüber stünden.
Mit Sorge erfüllt Evelyne Gebhard, dass die
Kluft zwischen Arm und Reich sich vertieft. Um
solche Ungleichgewichte auszutarieren müssen
Regelungen getroffen werden, die auch soziale
Aspekte berücksichtigten.
Frau Gebhardt hat ihren Zuhörern ein
realistisches Bild von einem Europa vermittelt,
das seinen Weg finden muss zwischen nationalen
Interessen der Mitgliedsländer, die ja leider
allzu oft das noch gültige
Einstimmigkeitsprinzip als Blockadeinstrument
benutzen, und der Einbettung der eigenen
Souveränität in die europäische Gemeinsamkeit.
Sie hat aber auch vermittelt, wie die EU Garant
als für Frieden, Wohlstand und Gerechtigkeit
diesem alten Kontinent, der sich Jahrhunderte
lang in Kriegen zerfleischt hat, eine Periode
der Stabilität bescherte.
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