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Eine Lektion in Unternehmensethik Timo Herold spricht über Standards einer sensibilisierten Gesellschaft |
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Durch persönliche Vermittlung von Lehrerin Bettina Reuß kam Timo Herold von der KPMG AG, für die er als Assistant Manager im Bereich Internal Audit, Risk & Compliance Services tätig ist, an die Kaufmännische Schule Künzelsau, um vor Schülern, Lehrern und Vertretern der Ausbildungsbetriebe zu sprechen. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Ulm hat der gebürtige Öhringer seine Laufbahn als Wissenschaftler und Projektleiter an der Universität Ulm begonnen. Anschließend wechselte er in die Wirtschaft und ist inzwischen Unternehmensberater bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Aus seinem Spezialgebiet referierte er folgerichtig über die Frage „Unternehmensethik – Modeerscheinung oder unternehmerische Notwendigkeit?“ In klarer Diktion, unterstützt durch eine logisch und folgerichtig aufgebaute Powerpoint-Präsentation, führte er seine Zuhörer Schritt für Schritt in sein Thema ein, das in Vokabular und Denkweise stark amerikanisch geprägt ist. Von einem Unternehmen werde heute gesellschaftliche Verantwortlichkeit über die rein unternehmerische Verantwortung hinaus gefordert, so werden rechtmäßiges und moralisch korrektes Verhalten von der Gesellschaft erwartet. Ethisches Handeln vollziehe sich auf mehreren Ebenen, erläuterte Timo Herold. So zeichneten Unternehmen für das Handeln ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Diese könnten sich individuell zu unethischem Verhalten hinreißen lassen, wenn dazu ein Motiv vorliege oder sich eine Gelegenheit biete und wenn eine Rechtfertigungsmöglichkeit gegeben sei. Um dies zu verhindern, müsse ein Unternehmen seine Kontrollsysteme verschärfen, z. B. um Insiderhandel zu vermeiden. Auf der Unternehmensebene müssten die internen Strukturen transparenter gemacht werden, um angesichts von Internationalisierung und Outsourcing kontrollierbar zu bleiben. Schließlich sei da noch die gesellschaftliche Ebene, nach der auf Strömungen in einer sensibilisierten Bürgerschaft geachtet werden müsse. Diese Strukturen veranschaulichte der Redner an Beispielen von Verstößen gegen ethische Normen aus der letzten Zeit, die durch die Presse gegangen sind und in der Zuhörerschaft in lebhafter Erinnerung waren. Verhindern lasse sich unethisches Handeln durch eine gute Corporate Governance, d.h. selbst auferlegte Grundsätze guter Unternehmensführung. Dazu gehöre neben einem wirksamen Risikomanagement, ein unternehmensinternes, durch Transparenz, Vier-Augen-Prinzip und Funktionstrennung geprägtes internes Kontrollsystem. Die meisten Unternehmen hielten sich allerdings nur an die gesetzlichen Vorgaben, so Timo Herold, doch sähen immer mehr Betriebe die Notwendigkeit eines verbindlichen internen Verhaltenskodexes. Solche Überlegungen und deren Umsetzung seien mehr als Modeerscheinungen, vielmehr forderte eine durch die vielen global agierenden Nicht-Regierungs-Organisationen entstandene Sensibilisierung in der Bevölkerung zunehmend Maßnahmen zu ethischem Handeln. In der folgenden Fragerunde erklärte der Redner, dass es durchaus Zusammenhänge zwischen ethischem Verhalten von Unternehmen und deren wirtschaftlichem Erfolg gebe, auch wenn auf dem Markt Wettbewerber aus Ländern wie China oder Russland stünden, für die solche Überlegungen noch neu seien. Schließlich dankte Volker Retz als Vorstand des Freundeskreises der Kaufmännischen Schule Künzelsau, der zum Vortrag eingeladen hatte, dem Redner und betonte, dass in unserem Lande Politmagazine Fälle unethischen Handelns aufdeckten und dass letzten Endes solche Unternehmen überleben würden, die sich an strenge Regeln hielten. |
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