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Einen Hauch von
hoher Politik brachte der Heilbronner
FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Georg Link aus
Berlin mit in die Kaufmännische Schule
Künzelsau. Der Schul-Freundeskreis hatte ihn
eingeladen vor Berufschülern, die zu
Industriekaufleuten ausgebildet werden, über
Europa zu reden. Der Referent, seit 2005
Mitglied des Deutschen Bundestags, ist als
persönlicher Referent des früheren
Außenministers Klaus Kinkel zur internationalen
Politik gekommen. Als gelernter Übersetzer für
Französisch und Russisch brachte er ideale
Voraussetzungen für die auswärtige Politik mit,
und so ist er nicht nur Präsidiumsmitglied der
Europa-Union, sondern in zahlreichen weiteren
einschlägigen Gremien vertreten, außerdem im
Vorstand der Jungen Liberalen und seit 2003
Mitglied im Landesvorstand der FDP
Baden-Württemberg.
Für die 50 jungen Kaufleute wurde der Vormittag
zu einer absolut authentischen Begegnung mit der
Politik, vor allem mit Europa, dessen Grenzen
für viele immer diffuser geworden sind, und das
in den Köpfen ganz unterschiedliche
Vorstellungen weckt. Eloquent und engagiert
machte Michael Georg Link erst einmal klar, dass
Europa nicht in Brüssel stattfindet und dass es
ohne Diskussion nicht lebt. Im Mehrebenenmodell
aus den Regierungen der Mitgliedsländer, der
EU-Kommission und des EU-Parlaments werde
manchmal nicht recht klar, wo die
Zuständigkeiten liegen. Mit den neuen
Mitgliedsländern sei eine Reform dringend nötig
geworden, wenn die Union nicht an ihre
Kapazitäts- und Handlungsgrenzen stoßen wolle.
Allerhöchste Bedeutung komme dabei der
Verfassung zu, die Entscheidungsmechanismen
vereinfachen und transparenter machen soll, wie
der Referent an Beispielen erläuterte. Der
Bundesregierung in ihrer derzeitigen
Ratspräsidentschaft und dem persönlichen
Geschick der Bundeskanzlerin komme die
schwierige Moderationsaufgabe zu, unter den
divergierenden Interessen der Mitgliedsländer zu
vermitteln und für die Akzeptanz der Verfassung
bei Regierungen und Bürgern einzutreten. Dann
erläuterte der Abgeordnete für die jungen
Staatsbürger, welche Bedingungen ein Land
erfüllen müsse, wenn es Mitglied der Union
werden wolle, und machte den jungen Leuten klar,
welchen Stellenwert Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit, Marktwirtschaft und
Menschenrechte in unserem Wertesystem haben. All
dies müsse von den Beitrittskandidaten erst in
nationales Recht umgesetzt werden. Zur Frage des
EU-Beitritts der Türkei informierte Link
zunächst über Geschichte und Stand der
Verhandlungen und bezog sich auf die Position
Griechenlands, wo es heißt: Besser einen
sicheren Partner in der EU als einen unsicheren
vor der Haustür.
Mit seinem Besuch in der Schule demonstrierte
der Politiker, wie wichtig es ihm persönlich
ist, dass die jungen Menschen ein positives
Europa-Bild bekommen und begreifen, welche
Bedeutung die Union in der Friedenssicherung
dieses alten Kontinents spielt. Schulleiter
Gerald Bollgönn und Oberstudienrat Heinz
Deuerbach dankten dem Abgeordneten für sein
Engagement namens der Schule und ihres
Freundeskreises und wünschten ihm für die
Umsetzung der hohen Pläne viel Fortune.
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