„Der Mensch steht im Mittelpunkt“

Vortrag von Professor Dr. Reinhold Würth am 28.11.2005

Auf Einladung des Freundeskreises der Kaufmännischen Schule Künzelsau hat Professor Dr. Reinhold Würth im Alma Würth-Saal einen Vortrag gehalten. Würth, der selbst viele Jahre Vorsitzender und Mitbegründer des Freundeskreises war, erläuterte an praxisnahen Beispielen wie wichtig die Wahrnehmung der Vorbildfunktion für Führungskräfte ist. Man könne nur von Mitarbeitern verlangen was man selbst vorlebe. „Das", so Würth, "gilt auch für Schulen“. Eine intakte Schulleitung habe weniger Problem mit den Schülern und Lehrerkollegium - und es gebe weniger Mobbing unter den Schülern.

Auch Arbeitseinsatz über das normale Maß hinaus darf laut Reinhold Würth nicht selbstverständlich sein. "Deswegen muss den Mitarbeitern gegenüber diese Anerkennung zum Ausdruck gebracht werden oder ein kleines, ehrliches Dankeschön ausgesprochen werden." Diese Ehrlichkeit und der gegenseitige Respekt sei ihm persönlich sehr wichtig. „Sie muss", erklärt Würth, "aus dem Herzen kommen“. Denn der Mensch stehe im Mittelpunkt und nicht die Rassen oder Minderheiten. "Es kann nicht sein, dass Menschen anderer Religion und Hautfarbe diskriminiert und ausgestoßen werden." Respekt vor jedem Menschen sei schließlich die Grundlage für eine funktionierende Demokratie.

Für gute Leistung ist ein Lob immer angebracht - das ist die Auffassung von Schrauben-Milliardär Würth. "Aber nicht  mit allgemeinen Dankes-Floskeln die nur Enttäuschung hervorrufen." Eine schriftliches Anerkennung sollte nie als E-Mail abgehen, sie müsse die persönliche Unterschrift des Dankenden tragen, sonst verfehle sie ihren Zweck.

Seine 150 Zuhörer verstand Reinhold Würth bestens  zu begeistern, da er immer wieder sehr konkrete Beispiele anführte - sowohl aus dem geschäftlichen als auch aus dem privaten Bereich . Seine Empfehlungen an die jungen Menschen: Sie mögen eine Planung auf 10 Jahre machen, so wie es im Hause Würth praktiziert wird, eigene Visionen bilden und diese schriftlich festhalten damit es auch überprüfbar ist. Das wurde von vielen Zuhörern mit Kopfnicken bestätigt. Mit auf den Weg gab Professor Reinhold Würth den Schülern  und Studenten, wenn sie in den Ferien arbeiten, Kontakte zu den Mitarbeitern und Chefs zu knüpfen -  denn das kann später bei der Arbeitsplatzsuche sehr dienlich sein.

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Text: Echo am Mittwoch vom 30.11.2005 Bilder: Kurt Gesper