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Von Sabine Christiansen bis zur Kaufmännischen Schule – Arbeitgeberpräsident Dr. Hundt in Künzelsau |
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Ein Hauch von großer Politik wehte durch die Klassenzimmer in Künzelsaus Kaufmännischer Schule, als Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt, eingeladen vom Schulfreundeskreis, über die Herausforderungen der Zukunft an Politik und Wirtschaft referierte. Als Vorstände des Freundeskreises begrüßten Schulleiter Gerald Bollgönn und Wolf Rothländer von der Firma R. Stahl AG den Gast, den vielfachen Präsidenten und Vizepräsidenten von Verbänden, nicht zuletzt den Aufsichtsratsvorsitzenden des VFB Stuttgart. Seine wichtigste Aufgabe sei jedoch der eigene Betrieb, vor allem die Leitung der Allgaier-Gruppe mit 1800 Beschäftigten, welche die Automobilindustrie beliefert. Ehrenamt sei wichtig, besonders wichtig sei dabei aber, dass es in der betrieblichen Praxis verankert bleibe.
Dr. Hundt
stellte zunächst die derzeit ungünstigen
Rahmendaten in unserem Land zusammen, annähernd
Nullwachstum und Schlusslichtposition in der
Europäischen Union, 6 Millionen Arbeitslose und
weiter rückläufige Zahlen bei den
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, ein
hoch verschuldeter Staat, der bald zum vierten
Mal die Maastricht-Kriterien nicht erfüllt, und
Sorgen für die Zukunft der
Sozialversicherungssysteme. Damit sei das Ende
unserer Möglichkeiten erreicht. Dr. Hundt
respektierte die Entscheidung von Bundeskanzler
Schröder vorzeitige Neuwahlen anzusetzen: Vier
Monate Stillstand bis zur Wahl seien allemal
besser als 16 Monate. Jetzt müssten alle
Parteien ehrlich die Karten auf den Tisch legen
und dem Wähler reinen Wein einschenken, wie
unsere Zukunft gestaltet werden solle.
Bei aller Kritik bekannte sich Dr. Hundt unmissverständlich zur Sozialpartnerschaft und zur Tarifautonomie als der tragenden Säule des sozialen Friedens und unseres marktwirtschaftlichen Systems, das absolut zukunftsfähig ist, solange veränderten Rahmenbedingungen Rechnung getragen und auf der Grundlage des Flächentarifvertrags eine neue Balance gefunden werde. Im Übrigen seien die Tarifpartner weiter als die Politik. Zum Schluss äußerte Dr. Hundt seine Überzeugung, dass unser Volk zu tief greifenden Reformen bereit sei, mehr als die Politik denke, die zu sehr auf kurzfristigen Machterhalt bedacht sei.
In der ausgiebigen, offenen und engagierten Diskussion ging es von Wahlzyklen und hemmenden Auswüchsen des Föderalismus über Kaufzurückhaltung verunsicherter Konsumenten, den Ausbildungspakt und schließlich das duale Ausbildungssystem, um das uns viele Länder beneiden. In seinem Schlusswort betonte Wolf Rothländer die hohe Qualität und Motivation der Auszubildenden, nicht aber ohne mit Sorge auf das Viertel zu schauen, das nur eingeschränkt ausbildungsfähig sei und für das neue Wege wie verkürzte und veränderte Ausbildungsgänge gefunden werden müssten. Schließlich kamen auch noch die Fußballfans auf ihre Kosten, die von Dr. Hundt alles über ihren VFB wissen wollten.
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