Studienfahrt 2011 nach Irland

Seit über 20 Jahren Sprachreisen der Kaufmännischen Schule zum County of Limerick

Dass die Temperaturen in Dublin auf über 25 Grad steigen und herrlicher Sonnenschein zum Flanieren auf der berühmten Graftonstreet lockt, das hatten die Azubis der Kaufmännischen Schule Künzelsau nicht ganz erwartet. Dass hunderte Iren ihren Feierabend dann auch noch in Trauben vor den berühmten Pubs stehend mit Guinness oder Cider begießen und heiß diskutieren, hat für weitere Überraschung gesorgt und zum Mitmachen animiert. Die ersten Kontakte zu Einheimischen waren geknüpft und das mühsam erworbene Schulenglisch konnte gleich an den Mann oder die Frau gebracht werden. Und dabei konnte man erfahren, dass so etwas nur an drei oder vier Tagen überhaupt möglich sei.

Natürlich wurde in Dublin nicht nur das irische Nationalgetränk probiert, sondern auch eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung des Guinness-Museums und des Trinity Colleges mit dem historischen Book of Kells unternommen. Die buchstäbliche Wettleidenschaft der Iren konnte bei Hunderennen im Shelbourne-Park beobachtet werden und Mutige setzten denn auch auf einen Greyhound ihrer Wahl. Dass eine Schülerin mit dem erstmaligen Einsatz von 2 Euro gleich 165 Euro gewonnen hat, war sicherlich nicht ihrer Sachkenntnis zuzuschreiben, sorgte aber für ausgelassene Stimmung.

Die eigentliche Routine mit täglichem Sprachkurs und sportlichen Aktivitäten am Nachmittag fand dann im County Limerick statt, dem Partnerkreis des Hohenlohekreises. Rock-climbing, Mountainbiking und Horse-riding waren angesagt. Eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Kostel mit 450 Mitarbeiten (Zulieferer der deutschen Auto-Industrie) und eine anschließende Diskussion mit dem Betriebsleiter über die Sozialleistungen der Betriebe in Irland brachten dann doch einige Überraschungen. So erfuhren die Azubis aus dem Hohenlohischen, dass in Irland eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in der Regel nur drei Wochen gewährt wird und bei jedem Arztbesuch eine erhebliche Eigenbeteiligung zu leisten ist. Bei privaten Diskussionen nahm man erstaunt zur Kenntnis, dass auch Rentner aufgrund der Wirtschaftsmisere bis zu 20 Prozent Kürzungen pro Monat verkraften müssen.

Ausflüge zur „Kreisstadt“ nach Limerick, der Wirkungsstätte des Heiligen St. Patrick, dem Rock of Cashel, und den berühmten Cliffs of  Moher an der Westküste Irlands rundeten die zehntägige Studienfahrt ab. Bei den Cliffs traf man zufällig den  Vize-Präsidenten des Ständigen Ausschusses des chinesischen Volkskongresses Wang Zhaoguo mit einer Schar von Bodyguards, der zum Staatsbesuch in Irland weilte. Trotzdem bot sich die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit dem hochrangigen Staatsgast.

Ein herzlicher Dank gilt den Firmen der teilnehmenden Auszubildenden, die „ihre Azubis“ unterstützt haben und so dazu beigetragen haben, dass sie an der Fahrt teilnehmen konnten. Eine sicherlich lohnende Investition in die Zukunft !

Heinz Deuerbach