Einbahnstraße zum Erfolg

50 Jahre Kaufmännische Schule – Festakt in der voll besetzten Stadthalle

Als Reinhold Würth die Kaufmännische Schule in Künzelsau besuchte, gab es sie noch gar nicht. Der spätere Unternehmer und Milliardär lernte das Verkaufen von 1949 bis 1952 in der kaufmännischen Abteilung der Gewerblichen Schule. Weil die als Vorläuferin der Kaufmännischen Schule gilt, ist der Künzelsauer Schraubenhändler so etwas wie ein lebender Beweis für deren Erfolg.

In der Stadthalle feierte die Kaufmännische ihren 50. Geburtstag. 1957 war sie aus der Gewerblichen hervorgegangen, erinnerte Landrat Helmut M. Jahn und zeichnete ihren Weg von der Allee über den Kirchplatz bis zum Berufschulzentrum am Schippberg nach. „Wir haben seit Anfang der 90er Jahre 36 Millionen Euro in den Schulbau im Kreis gesteckt“, unterstrich Jahn den Stellenwert, den der Kreis der Bildung beimisst.

Schulpräsidentin Margret Ruep zollte der Kaufmännischen Schule Respekt: „Ich kann Sie zu dem, was Sie hier in der Region leisten, nur beglückwünschen.“ Die Anerkennung galt auch dem Engagement der Hohenloher Firmen, die sich in der Innovationsregion Kocher-Jagst zusammengeschlossen haben, um den Bildungsstandort Hohenlohe zu stärken.

Deren Ziele verdeutlichte IHK-Präsident und EBM-Papst-Geschäftsführer Thomas Philippiak: Wir wollen jedes Jahr 200 Ausbildungsplätze und 300 Praktikumsplätze schaffen.“ Das Soll für 2007 sei bereits jetzt erfüllt. Reinhold Würth bestätigte, dass ihm die Schule geholfen habe: „Ich habe

selbst einiges bekommen, was mir geholfen hat, mein Unternehmen wachsen zu sehen.“ Hohenlohes berühmtester Firmenchef plauderte aus dem Nähkästchen: „Von Herrn Link habe ich viel gelernt. Zum Beispiel, dass ein großes und ein kleines O auf einem Blatt Papier für ,ohne Obligo’ steht.“ Was nichts anderes bedeutet, als dass auf besagtem Blatt Papier alles ohne Gültigkeit ist. Schulleiter Gerald Bollgönn und Hans Hagdorn boten einen Rückblick auf 50 Jahre Schulgeschichte.

Dabei ging es auch um Künzelsaus „meistbefahrene Einbahnstraße“, die Zufahrt zum Bildungszentrum morgens um 8 Uhr. Bollgönn fasste kurz zusammen, worauf es beim Schulbetrieb ankommt: „Ohne Mannschaft ist alles nichts.“ Danach stand Reinhold Würth einer Hand voll Schülern auf dem Podium Rede und Antwort.

„Je weiter Sie kommen, desto mehr tritt die Fachkompetenz gegenüber der Sozialkompetenz in den Hintergrund“, sagte er allen, die Führungspositionen anstreben. Und: „Eines kann ich mir überhaupt nicht vorstellen: Dass ein junger Mensch Karriere macht, der nicht jeden Tag die Zeitung liest.“

Ob er nach 58 höchst erfolgreichen Berufsjahren noch Träume habe, wollten die Schüler von dem Unternehmer wissen. „Was ich mir echt wünschen würde“, räumte Reinhold Würth ein, „das ist Freizeit.“

„Ein bisschen sind wir schon stolz darauf, dass Sie dort das eine oder andere für Ihren Erfolg gelernt haben.“

Landrat Helmut M. Jahn zu Reinhold Würth

„Das ist lokales Handeln, aber globalisiertes Denken.“

Schulpräsidentin Dr. Margret Ruep über die Innovationsregion Kocher-Jagst

„Soviel ist sicher: Unser aller Engagement im Bildungsbereich wird sich auszahlen.“

IHK-Präsident Thomas Philippiak

„Das hätte ich mir nie träumen lassen.“

Günter Bechmann, Schulleiter der Dresdner Partnerschule über seine Teilnahme am Festakt „im Westen“.

„Wir sollten jeden Morgen fünf Minuten auf unseren Matratzen herum hüpfen und laut Hurra schreien.“

Reinhold Würth über den Frieden in Europa

„Darauf können Sie stolz sein, und wir sind es auch.“

Schulleiter Gerald Bollgönn über den Erfolg vieler Absolventen

„Sie machen’s auf jeden Fall schon mal gut. Hohenlohisch muss man können. “

Reinhold Würth zu einer Schülerin, die wissen wollte, was man braucht, um in seinem Unternehmen eine Stelle zu bekommen

Matthias Stolla Hohenloher Zeitung 23.07.2007

 
Das Vokalensemble der Jugendmusikschule Künzelsau Prominente Gäste
Landrat Helmut M. Jahn Schulpräsidentin Dr. Margret Ruep
IHK-Präsident Thomas Philippiak Schulleiter Günter Bechmann, Dresden
Das Geschenk der Dresdner Partnerschule Prof. Dr. Reinhold Würth
Ausbildungsleiter Thomas Wagner (Würth) Eine großzügige Spende von der Firma Würth
Ein Rückblick auf 50 Jahre von Schulleiter Gerald Bollgönn und Dr. Hans Hagdorn Die Jazzcombo der Jugendmusikschule Künzelsau
Prof. Dr. Reinhold Würth im Podiumsgespräch mit Schülern Schulleiter Gerald Bollgönn würdigt die Leistungen der Preisträger
Der Vorsitzende des Freundeskreises Dr. Walter Jäger Die Schülersprecherin Elena Herzog
Die Vorsitzende der Regionalgruppe der Wirtschaftsjunioren Sonja Ziegler Der stellvertretende Schulleiter Kurt Herold bei der Preisverleihung
Schulleiter Gerald Bollgönn gratuliert Martina Bauer von der W2A Dr. Jäger übereicht den Preis des Freundeskreises an Daniela Beck (ø 1,1)
Die Preisträger des Schuljahres 2006/2007

Bilder: Detlef Weber

Einige Schnappschüsse vom anschließenden Stehempfang
   
   
   
   
   

Bilder: Michael Rüttler