Exkursion der 1L2 und 2G in das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof

Einen Ort der Unmenschlichkeit besuchten die Klassen 1L2 und 2G der Kaufmännischen Berufsschule am Freitag, 18 Juni 2010: Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof in Frankreich. Von 1941 bis 1945 bestand dieses einzige KZ auf französischem Boden, das über 70 sogenannte Außenkommandos unter sich hatte, die vorwiegend in Baden-Württemberg lagen, insbesondere im Neckartal bei Heilbronn und um Balingen am Fuße der Schwäbischen Alb. Auch das nahegelegene Schwäbisch-Hall – Hessental gehörte dazu. In diesen Arbeitslagern, in denen vor allem politische Gefangene untergebracht waren, starben insgesamt 22000 Menschen im Rahmen der „Vernichtung durch Arbeit“. Beim Besuch der Anlage mit ihren Wachtürmen, dem Stacheldraht und dem Krematorium wurde stark der Widerspruch zwischen der idyllischen Landschaft und dem Grauen der Nazi-Ideologie empfunden. Eine Schülerin, die in Litauen aufgewachsen war, sagte: „Ich habe davon bisher gar nichts gewusst“.
Der restliche Tag stand zunächst im Zeichen der Fußball-WM, da am frühen Nachmittag das Spiel Deutschland gegen Serbien lief. Den vielen Fans zuliebe legten die betreuenden Lehrer, Anne Braun und Armin Münch, in dem nahen Vogesen-Städtchen Schirmeck eine Pause ein. Dort konnten alle, die wollten, in einem türkischen Döner-Lokal das Spiel im Fernsehen anschauen. Mit türkischem Kommentar. Ziemlich ernüchtert ging es dann nach der 0:1 Niederlage weiter nach Straßburg.
Nach anderthalb Stunden französischem Flair in der schönen Hauptstadt des Elsaß wurde die Heimreise angetreten.
Die Lehrer waren sich einig, dass solche Exkursionen sehr sinnvolle Ergänzungen des Schul-Unterrichts sind, da Themen wie Religion, Gemeinschaftskunde, Politik, Geschichte, Völkerverständigung, Toleranz, anschaulich und aktuell werden.

Dr. A. Münch