Freundeskreis der Kaufmännischen Schule Künzelsau
Fußball – keine Nebensache, auch an der Schule nicht, wenn ein Profi kommt

Wieder einmal hat Oberstudienrat Heinz Deuerbach seine Kontakte für den Freundeskreis Kaufmännische Schule Künzelsau spielen lassen und gerufen. Gekommen ist Martin Lanig von VFB Stuttgart. Der aus Bad Mergentheim stammende 26-jährige Profispieler ist vom FV Lauda über die TSG Hoffenheim (2003) und Greuter Fürth (2006) in der Saison 2008/2009 zum VFB gekommen, wo sein Vertrag offiziell bis Juni 2011 läuft. Infolge eines Kreuzbandrisses und langwieriger ReHa ist er für die ausgelaufene Saison ausgefallen. Der mit rund einer Million EURO „gehandelte“ Mittelfeldspieler fühlt sich seiner Heimat verbunden, wo er regelmäßig zu Besuch ist. Der junge Mann hat durch seine Verletzungen auch die Schattenseiten des Profifußballs kennen gelernt.

Gerne ist er auf die vielen Fragen der Fans unter den 70 Schülern und Lehrern eingegangen, die zu seinem „Gastspiel“ an der Künzelsauer Kaufmännischen Schule gekommen sind. Ob er den VFB verlassen und bald in Köln spielen werde, beantwortete er vage, es liefen noch Verhandlungen, jedoch stehe noch nicht fest, wohin er gehe. Auf die Frage, wie er zu den Millionengehältern von Fußballprofis stehe, meinte er, das Gehalt sei eine kleine Kompensation für den Verlust an Privatleben, denn als Profi stehe er ständig unter öffentlicher Beobachtung. Für den VFB sei es unter Trainer Christian Gross besser gelaufen, weil dieser die Mannschaft straffer geführt habe als sein Vorgänger. Natürlich wollten die Zuhörer auch wissen, wie der Trainingsalltag in einem Bundesligaclub abläuft. Martin Lanig erläuterte, er stehe gegen 8.00 Uhr auf und ab 10.00 Uhr trainiere man anderthalb Stunden, bis es kräftig zu essen gebe, Nudeln vor allem. Nach einem Mittagsschlaf treffe man sich um 16.00 Uhr wieder für weitere anderthalb Stunden zum Training. Viel Zeit verbringe man auch für öffentliche Auftritte, zum Beispiel in Schulen oder Krankenhäusern. Für andere Sportarten fehle leider die Zeit, doch habe er früher auch gerne Tennis gespielt. Leider sei der Konkurrenzdruck für Freundschaft oder Kameradschaft unter den Spielern nicht gerade förderlich, und so unternehme man privat auch nicht besonders viel. Für seine neue Freundin müsse natürlich genügend Zeit bleiben.

Text:  Dr. Hans Hagdorn