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Grüne Politik aus Hohenlohe in Berlin MdB Harald Ebner spricht vor kaufmännischen Azubis in Künzelsau
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Wie grüne Politik aussehen kann, zeigte MdB Harald Ebner aus Kirchberg an der Jagst fast 100 Azubis und Schülern der Kaufmännischen Schule Künzelsau, die zu seinem Vortrag gekommen waren. Der Abgeordnete, der im Mai 2011 für die Grünen in den Deutschen Bundestag nachrückte, vertritt den Wahlkreis Schwäbisch Hall in Berlin und arbeitet im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Zuvor war er in der Landesverwaltung in den Bereichen Naturschutz und Landwirtschaft tätig. Sein Anliegen ist es, den Schutz der Biodiversität und das Bewusstsein dafür zu stärken und den Verbraucher vor gentechnisch veränderten Produkten und ihren Negativauswirkungen zu schützen. So wurde er Sprecher der Grünen zum Thema Agro-Gentechnik und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Stadtentwicklung. MdB Ebner erläuterte am Beispiel Soja aus Sicht der Grünen, wie fünf Großkonzerne global agieren. Mit gentechnisch resistent gemachten Pflanzen versorgt der Monsanto-Konzern mit seinem Glyphosat-Totalherbizid Roundup© die Schweinezüchter auch in Deutschland. Dafür seien allein in Südamerika Flächen im Umfang von 30 % der bundesdeutschen Agrarflächen in Soja-Monokulturen umgewandelt– und dafür Hektar um Hektar der für Weltklima und Biodiversität so wichtige Regenwald abgeholzt worden. In der Folge werde Kleinbetrieben die Existenz genommen, es entwickelten sich resistente Super-Unkräuter und es drohe Kontamination mit natürlichen Pflanzensorten, die Produkte verursachten wahrscheinlich sogar Schädigungen in der Embryonalentwicklung. Als weiteres Problemfeld sprach Harald Ebner das Problem der Biopatentierung an, zu deren Ablehnung mittlerweile bei allen Parteien im Bundestag Konsens besteht. An dem jetzt zur Behandlung anstehenden interfraktionellen Antrag ist er aktiv beteiligt. Dann erläuterte er am Beispiel Pflanzenschutz, wie ein Abgeordneter sich gegenüber den Interessen von Lobbyisten verhält. Deren Argumente höre man immer eins zu eins in den Debattenbeiträgen von Abgeordneten anderer Parteien, bemerkte Ebner kritisch. In der Fragerunde sprachen die Azubis – wie könnte es anders sein – zuerst Stuttgart 21 an. Sachlich erläuterte der Abgeordnete Ergebnisse des Stresstests, betonte aber ganz klar, dass der Volksentscheid ein klares Ergebnis gebracht habe, das er zwar bedauere, aber selbstverständlich annehme. „Das Thema ist durch", sagte er, nun gehe es nur noch um die Kostendeckelung. Auf die Frage, ob die Wähler grüner geworden seien, antwortete er, das Bewusstsein habe sich in den letzten Jahren verschoben, was man ganz leicht an den Programmen auch der anderen Parteien ablesen könne, die grüne Programmatik übernommen hätten. Ganz aktuell zu seiner Position zum Ausbau der A 6 befragt, konzedierte Ebner, dass die A6 besonders seit 1989 Lebensader des Hohenloher Landes und entscheidender Grund für dessen Prosperität sei. Er gab jedoch zu bedenken, dass bereits während der Krise 2008 merklich weniger LKWs auf der A 6 unterwegs gewesen seien und dass man mit intelligenten Maßnahmen wie Angleichung des Verkehrsflusses auf den Spuren, zeitweilige Freigabe des Standstreifens und Bau von weiterem LKW-Parkraum schon eine spürbare Entlastung und Verbesserung der Verkehrssicherheit erreichen könne. Die Kochertalbrücke bleibe ohnehin ein Nadelöhr, der erforderliche Neubau von Brücken über Jagst und Gronach verschlinge unverhältnismäßig hohe Summen. Zu solchen Maßnahmen sehe er sich unter der Maßgabe des ökonomischen Umgangs mit Steuergeldern als Abgeordneter verpflichtet. Schließlich ging es noch um Frösche und Kröten – und hier zeigte es sich, dass es bei den jungen Kaufleuten das ökologische Bewusstsein noch zu schärfen gilt. Auch dass ein Abgeordneter durch seine Diäten finanziell unabhängig sein muss, war nicht jedem von vorneherein klar. Schulleiter Gerald Bollgönn und Oberstudienrätin Anne Braun dankten dem Abgeordneten, dass er den Weg in die Schule gefunden und seine Positionen engagiert und sachlich an die Schüler getragen hat. Das kleine Gebinde von Kochertäler Wein, das sie ihm überreichten, sei zu bescheiden, die Unabhängigkeit des Abgeordneten zu gefährden. Dr. Hans Hagdorn |
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