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Nach dem
Schuljahr 2006/07 besuchte der Heilbronner
FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Georg Link
bereits zum zweiten Mal die Kaufmännische Schule
Künzelsau. Der ausgewiesene Finanz- und
Europaexperte sprach mit Schülern der neuen
Wirtschaftsoberschule sowie zukünftigen
Industriekaufleuten über die EU und europäische
Perspektiven. Mit den Fähigkeiten eines begabten
Pädagogen erweiterte der studierte Übersetzer
auf diese Weise den Hohenloher Horizont
sachkundig von Lissabon bis Zypern.
Dass ein Abgeordneter nicht nur im eigenen Saft
in Berlin schmort, sondern auch in die Schulen
geht, das sei ihm wichtig, so Link zu Beginn. So
könne die politische Praxis die schulisch
vermittelte Theorie ergänzen. Und in der Tat:
Gerade die anschaulichen Beispiele machten den
Besuch des Politikers für die Schüler spannend.
So begnügte sich der Politiker eben nicht damit,
die Aspekte des aktuellen Vertrags von Lissabon
vorzustellen, er hatte auch ein Ansichtsexemplar
des Vertrags dabei und ließ es herumgehen. Die
Erklärungen des Abgeordneten zu den im Vertrag
vorgesehenen Änderungen wurden somit im wahrsten
Sinne des Wortes greifbar: z. B. der, laut Link,
durchaus sinnvolle Machtzuwachs des Europäischen
Parlaments und Gerichtshofs, die Verkleinerung
der Europäischen Kommission sowie die
veränderten Abstimmungsverfahren im Ministerrat.
Daneben referierte der Experte über die
unterschiedliche Gewichtung der Sprachen in der
Europäischen Union. Neben den zahlreichen
Amtssprachen, zu denen Gälisch jüngst
dazugekommen sei, dominierten vor allem das
Englische und das Französische den Alltag in den
EU-Organen. Obgleich das Deutsche als
Muttersprache in der Union am stärksten
vertreten sei, würden Ausschreibungen für
Unternehmen häufig zunächst nur in jenen zwei
Sprachen verfasst. So sei es ein
Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen,
wenn man dort nicht wenigstens eine der Sprachen
gut beherrsche. Daran knüpfte Link - wieder ganz
praktisch - die Aufforderung, andere Sprachen
nicht zuletzt durch Auslandsaufenthalte oder
fremdsprachiges Fernsehen zu erwerben bzw. zu
verbessern.
Im anschließenden Gespräch interessierte die
Ober- und Berufsschüler neben vielem anderen die
von der EU finanzierten Subventionen. Der
Bundestagsabgeordnete vertrat in diesen Fragen
seine begründete Position. Als Liberaler, so
Link, sei er natürlich gegen das Eingreifen der
Politik in das freie Spiel der Kräfte, wie es im
marktwirtschaftlichen System in Europa herrsche,
sodass er Subventionierungen skeptisch gegenüber
stehe.
Mit seinem Besuch unterstrich Michael Georg Link
ein weiteres Mal, dass es ihm wichtig ist,
Schülern einen Eindruck aus der politischen
Praxis zu vermitteln. Den jungen Menschen ein
positives, dabei realistisches Bild des
vereinigten Europa aufzuzeigen, gehörte und
gehört zu seinen Anliegen. Die Schulleitung der
Kaufmännischen Schule Künzelsau dankte dem
Politiker für sein Engagement. |