Was kommt nach dem Basislager?  

Abschlussfeier der Kaufmännischen Berufsfachschule in Künzelsau

 

Multikulturell ging es zu, als Muhammed Ali Evci zur Saz, der türkischen Gitarre, griff und mit seinen Liedern die Abschlussfeier der Wirtschaftsschule umrahmte, eben ganz entsprechend dem Selbstverständnis der Schule, nämlich jedem den Weg zur Bildung zu öffnen, gleich woher er kommt. So begrüßte Schulleiter Gerald Bollgönn Eltern, Schüler und Lehrer, die trotz „Konkurrenz“ von Deep Purple so zahlreich gekommen waren, dass die Aula sie kaum fassen konnte. Ganz besonders begrüßte er Prof. Klaus Frink, der durch den Schulfreundeskreis nicht nur mit finanziellen Zuwendungen manche Schulveranstaltung ermöglicht, sondern der Schule schon seit Jahren als Ratgeber dient und Kontakte zu Betrieben und Referenten herstellt. Er grüßte weiter Kirsten Bader, die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, die mit den Eltern im Hintergrund arbeitete und zum Erfolg der Absolventen beitrug.

Dann kam Gerald Bollgönn zum eigentlichen Anlass: Mit den Absolventen hat er Eines gemeinsam, nämlich das Abschlusszeugnis der Wirtschaftsschule, nur dass er es vor nunmehr fast 40 Jahren erworben hat, und sie gerade erst dabei sind es in Empfang zu nehmen. Diesen bewährten Bildungsgang verglich er mit der Eintrittskarte zum Basislager, von dem aus es erst zur Besteigung des Mount Everest oder des K2 weiter gehen kann. Der Schulleiter betonte, dass sich die Investition in diesen Bildungsgang gelohnt habe, ja, dass diese heute einfach notwendig sei, wenn man weiter zum Gipfel steigen wolle. Neugier, Mut, ein fester Wille seien dafür nötig, so wie Paul Mahr es mit seiner schönen Geschichte vom Sams und der Wunschmaschine gezeigt habe. Dass man es schaffen könne, wenn man es fest will, hätten die Schülerinnen und Schüler gezeigt, die nun im Basislager angekommen sind, und zwar 10 von den 41 mit einem Lob, 3 mit einem Preis. Wie die nächste Etappe aussehen werde, liege an der Grundhaltung des Einzelnen, die Wege seien offen. Zur neuen Freiheit, nach Erfüllung der Schulpflicht nun seine Zeit selbst zu gestalten, gehöre auch die Verantwortung für einen selbst und für die Gesellschaft. Dafür brauche es den festen Willen, denn „selbst ein Schwein kann Violine, wenn es nur nicht locker lässt“, um im Bild vom Sams zu bleiben.

Klaus Frink erinnerte sich an seinen eigenen Werdegang mit Latein, Griechisch und Französisch im Gymnasium, damals allerdings nicht von türkischer Musik begleitet. Dafür hatte er bewährte Weisheiten auf Lager, nämlich dass man nicht für die Schule, sondern fürs Leben lerne, dass alles im Fluss ist, und dass, wer nicht rudere, abtriftet. Heute, wo die Halbwertszeit des Wissens sich ständig verkürze, komme es darauf an, sortieren zu können, Plausibilitäten zu erkennen und richtig zu gewichten. Alle Wege seien heute offen, die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems biete alle Chancen, sich den Herausforderungen der Globalisierung zu stellen. Dann mahnte er, bloßes Wissen nicht mit Bildung gleichzusetzen, sondern auf die Herzensbildung zu schauen und den Wert des Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. Kirsten Bader dankte schließlich in ihrer Grußadresse allen, die zum Erfolg der jungen Leute beigetragen und sie – trotz verschobener Matheprüfung – zum Ziel geführt haben. Den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern dankte sie für die Organisation und Durchführung der Abschlussfahrt nach Berlin, die den jungen Leuten nicht nur viel Neues eröffnet, sondern auch richtig Spaß gemacht habe.

Schließlich verteilte Abteilungsleiterin Inge Wagner mit den Klassenlehrern die Zeugnisse und die Urkunden für Lob (Notendurchschnitt besser als 2,5) und Preis (besser als 2,0). Die Absolventen sind im Einzelnen: Steven Schindelar, Berlichingen; Patrick Brunn, Bieringen; Patrick Di Lorenzo und Thomas Tepper, beide Dörzbach; Janina Bader (L), Ernsbach; Dominik Bäcker, Ann-Kathrin Langhans (L) und Samira Wurst (P), alle drei Forchtenberg; Robin Kaiser, Gommersdorf; Karsten Sprügel, Hollenbach; Jasmin Kreß und Alexandra Stier, beide Ingelfingen; Jens Härtweg, Jungholzhausen; Andrea Besti (L), Krautheim; Anna Becker (L), Lisa-Carina Beyer, Jasmin Braciszewski, Adam Bur (L), Elena Ignatov, Lilli Lacarus, Pietro Palumbo (L), Madeleine Schenkel, Laura Schneider (L), Melanie Strecker, Maximilian Sturm (P) und Dimitrios Toussis, alle zwölf Künzelsau; Phillip Hermann, Kupferzell; Simone Köhnlein, Langenburg; Michael Lukas Vogelmann, Mangoldsall; Achim Rupp und Anna Schlund, beide Mulfingen; Patrick Schmolke, Niedernhall; Nadine Adelmann (P), Juliane Bäck, Tobias Noe, Nina Pfeiffer(L) und Ricarda Wolpert, alle fünf Schöntal; Thi My Chi Lam (L), Schwäbisch Hall; Hong-Nhi Do, Jonas Foss (L) und Philipp Sever, alle drei Weißbach; Arthit Mungmai, Westernhausen
 

Dr. Hans Hagdorn