Besuch der Niki-de-St.Phalle Ausstellung in Schwäbisch Hall

13.09.2011, 08:45 Uhr – die ganze Klasse W2a der Kaufmännischen Schule Künzelsau fährt mit dem Bus in die Kunsthalle Würth nach Schwäbisch Hall, in der sie heute die Möglichkeit haben, Niki-de-St. Phalle und ihre Kunstwerke genauer kennenzulernen.

Aber wie soll man Niki-de-St. Phalle kennenlernen, wenn sie doch eigentlich schon gar nicht mehr am Leben ist? Die Frage ist einfach zu erklären – man sieht sich einfach ihre Bilder an. Der Anfang ihrer Bildstrecke, bunt, schön, durcheinander. Dann läuft man um eine Wand herum und staunt. Bilder, voller Wut und Hass einer verzweifelten Frau, die im Alter von nur 12 Jahren von ihrem Vater missbraucht wurde und dies nie richtig verarbeiten konnte. In ihren Bildern kleben Dinge, die man in jedem Haushalt und in jedem Kinderzimmer findet. Messer, kaputte Teller, Bauklötze, Puppen, denen die Gliedmaßen herausgerissen und aufgeklebt wurden, Waffen, und so weiter… Man erkennt förmlich die Wut, die Niki-de-St. Phalle so in ihre Bilder verarbeitete.

Sehenswert sind auch ihre Schussbilder, bei denen sie die Bilder zum „Bluten“ bringen wollte. Sie ließ mit Farbe gefüllte Tüten in Gips eintrocknen, um später auf sie zu schießen. So lief die Farbe heraus, und das Bild blutet. Dabei verwendet die Künstlerin meistens dunkle Farben, wie rot, blau oder schwarz.
Man kann aus ihren Bildern einfach die kranke, kaputte und leicht verletzliche Seele der jungen Frau herauslesen.

In Nikis späterer Karriere als erfolgreiche Künstlerin treten viele Skulpturen auf – unter anderem Tiere – aber am häufigsten ihre „Nanas“. Die kleinen, runden, dicken weiblichen Figuren gaben der Künstlerin, die meistens die weiblichen Geschlechtsteile an den „Nanas“ betont, viele Möglichkeiten und Ideen. So schuf Niki-de-St. Phalle beispielsweise raumgroße, meterhohe begehbare Figuren, deren Ein- und Ausgänge durch die Genitalien der Figur führten und in deren Mitte eine Milchbar eingebaut war.

Niki-de-St.Phalle betont auf fast allen ihren Werken die Themen Liebe, Schwangerschaft und Geburt. Und doch hat jedes Bild, jede Skulptur und jede Nana eine kleine Geschichte zu erzählen – die Bilder, auf die sie mit von Schiessständen geliehenen Gewehren schoss, die Nanas, deren Inspiration durch eine schwangere Freundin kam und die Tierskulpturen, groß, bunt und ausgefallen.

Die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall zeigt mit der Niki-de-St. Phalle Ausstellung interessante Einblicke in ein Leben voller Wut und in eine kranke Seele, die die Gesundheit in ihren Bildern wieder fand.

Am Ende der Ausstellung kann man selbst noch zu einer Niki-de- St. Phalle werden: Nämlich im Werkraum der Kunsthalle. Auch die Klasse W2a wurde hier kreativ und jeder gestaltete ein kleines Kunstwerk. Die Niki-de-St. Phalle Ausstellung ist eine interessante Ausstellung für Jung und Alt, bei der es sich lohnt einmal vorbei zu schauen.
 

Melanie Rischka &
Daniela Haussler W2a