Einen Koffer nach Berlin – Abschlussfahrt der Künzelsauer Wirtschaftsschüler

 

Viele waren noch nicht in der Hauptstadt, und so war eigentlich schon programmiert, dass die Abschlussfahrt der Klassen WIIa und WIIb der Künzelsauer Wirtschaftsschule ein richtiges Erlebnis wurde. Mit ihren Lehrern Inge Wagner, Roman Nelkert und Bettina Reuss empfing die Gruppe MdB Christian von Stetten im Paul-Löbe-Haus und stellte ihnen aus erster Hand politische Strukturen vor. Die jungen Leute zeigten sich äußerst wissbegierig und befragten den Abgeordneten, wie es mit Griechenland weitergehen sollte, zur Atompolitik bzw. zur Energieversorgung der Zukunft und zum Klimawandel. Er beantwortete die Fragen offen und erklärte interessant und schülernah. Der Wandel um die nächtlich erhellte Reichstagskuppel wurde zum Highlight des Abends. Für die Schüler wurde es zum ganz besonderen Erlebnis, wirklich auch dort zu sein, wo sie sonst nur andere Menschen auf dem Bildschirm sehen.

Am nächsten Tag erlebten sie bei der Stadtrundfahrt die vielen Sehenswürdigkeiten Berlins, spazierten „Unter den Linden“ und erkundeten als junge Shopper den Potsdamer Platz. Vom Touristenboot schauten sie dann von der Spree bei strahlendem Sonnenschein auf das sommerliche Berlin.

Ernst ging es am nächsten Tag zu, als die Gruppe in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem ehemaligen Stasigefängnis, eine Führung von einem Stasiopfer bekam. Authentische Berichte über Verhörmethoden und Alltag der Inhaftierten ließen die jungen Leute ahnen, welches – als selbstverständlich empfundene – Glück sie haben, in einem Rechtsstaat zu leben.

Zum kulturellen Höhepunkt wurde der Besuch auf der Museumsinsel, wo sich die Gruppe staunend vor den architektonischen Monumenten der Antike sah. Jahrtausende schauten auf die Teenies herab, vom Stadttor von Milet, vom Pergamon-Altar, von der Prozessionsstraße zum Ischtar-Tempel im biblischen Babylon.

An den Abenden schnupperten die jungen Leute vom Lande etwas Großstadtluft im Trubel der Hackeschen Höfe bei original Berliner Spezialitäten und am Ku’damm, wohlbehütet von ihren Begleitern.

Auf dem Weg nach Hause gab es noch einen Besuch in Potsdam, mit Stadtführung, Besichtigung von Schloss Sanssouci beim „Alten Fritz“ und im Schloss Cäcilienhof, wo sie wieder den Hauch der Geschichte spüren konnten, denn hier hatten die Alliierten 1945 die Teilung Deutschlands beschlossen.

Was bleibt, sind tiefe Eindrücke von unserer Geschichte, die sich in Berlin wie sonst nirgends verdichten, und von unserer Demokratie, aber auch vom Leben in der Großstadt.

Dr. H. Hagdorn