Lean production bei smart

Zwei Fachklassen für „Internationales Wirtschaftsmanagement“ der Kaufmännischen Schule Künzelsau besichtigten das Logistikzentrum smartville in Lothringen, um zu erfahren, wie die „Just-in-time“ oder „Just-in-sequenze“- Produktion im Detail funktioniert. Bereits 15 km nach der deutschen Grenze arbeiten 1600 Personen, davon 900 bei smart France SAS, wobei deutsche Mitarbeiter nur 3 % der Belegschaft ausmachen. Das Lohnniveau mit einem Bruttoverdienst von ca. 1.400 Euro im Monat liegt deutlich unter dem eines deutschen Kollegen, auch der Urlaubsanspruch mit jährlich 5 Wochen ist für unsere Verhältnisse recht knapp, außerdem werden die Urlaubszeiten vom Arbeitgeber vorgegeben.
Das gesamte Werk besteht aus 22 Gebäuden und ist eines der modernsten Standorte der Automobilproduktion auf der ganzen Welt. Acht Zulieferer-Firmen wie z.B. Magna, Siemens oder Dynamit Nobel sind direkt an die Produktionslinien angedockt und praktizieren das Kanban-System. Um Unzuverlässigkeiten bei der Anlieferung zu vermeiden, haben diese Firmen in unmittelbarer Nähe zum Produktionsgelände Pufferlager eingerichtet.
Da jedes Auto kundenindividuell und damit auftragsbezogen gefertigt wird, ist eine deterministische Fertigungsplanung erforderlich. Im Moment wird auch samstags gearbeitet, da durch einen Streik Lieferverzögerung aufgetreten sind. In Frankreich wird zuerst gestreikt, erst dann verhandelt – auch eine neue Erfahrung für unsere Schüler!