Betriebserkundung bei der Firma SMART in
Frankreich
Wie die „Just-in-time-Produktion“
in Detail funktioniert, konnten Schüler der
Kauf-männischen Schule aus Künzelsau in Hambach
beobachten. 15 km nach der deutsch-
französischen Grenze arbeiten im gesamten
Logistikzentrum in Smartville 2.200 Personen,
davon 900 bei smart France SAS. Das Werk ist
einer der modernsten Standorte der
Automobilproduktion der Welt; der Export erfolgt
zurzeit in 30 Länder.
Am 1.7.1998 lief der erste
smart vom Band. Alle Zulieferer-Firmen sind
direkt bei smart „angedockt“; in unmittelbarer
Nähe zum Produktionsgelände haben diese Firmen
ihre Lager errichtet. Überrascht war man, dass
die Bezahlung der gelieferten Reifen, Batterien,
Polstergarnituren, Kabelbäume usw. erst einige
Zeit nach dem Einbau erfolgt.
Dass auf den Fertigungsbändern
jedes Auto kundenindividuell und damit
auftragsbezogen gefertigt wird, erfordert eine
logistisch exakte Fertigungsplanung. Freie
Kapazitäten sind im Moment noch vorhanden, dies
zeigt die augenblickliche Fertigung von ca. 500
Fahrzeugen pro Tag, gut 100 mehr wären auf den
vorhandenen Anlagen auch möglich.
Optisch erkennbar war auch die
„abgespeckte“ Hierarchie auf wenige
Entscheidungsebenen. Die Mitarbeiter tragen
Einheitskleidung; die Team- und Werksleiter sind
jeweils durch eine andere Farbe der
Arbeitskleidung erkennbar. Das
Durchschnittsalter der Belegschaft ist mit 30
Jahren sehr niedrig, nur 5 % der Mitarbeiter
kommen aus Deutschland.
Warum smart in Frankreich und
nicht in Deutschland produziert war für die
Besucher auch rasch nachvollziehbar: Ein
Mitarbeiter in der Fertigung bei smart verdient
ca. 1.500 € brutto im Monat und das bei 25
Arbeitstagen Urlaub im Jahr. Damit fallen
erheblich weniger Lohnkosten an als vergleichbar
in Deutschland.
Ivona
Kresic und
Carina Lehanka |