Wie gelingt es, junge Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen bestmöglich zu fördern? Mit dieser Frage beschäftigt sich das InnolabBS-Projekt der Kaufmännischen Schule Künzelsau. Im Schuljahr 2024/2025 gestartet und bis 2026/2027 angelegt, entwickelt die Schule pädagogische Konzepte auf Grundlage der Systemischen Autorität. Im Mittelpunkt steht eine Haltung, die klare Orientierung mit Wertschätzung, Beziehung und Zusammenarbeit verbindet.
Lehrkräfte sollen präsent und verlässlich sein – nicht durch Macht oder Nachgiebigkeit, sondern durch Dialog, gemeinsame Absprachen und respektvolle Grenzen. Dafür arbeiten Kolleginnen und Kollegen in vier Arbeitsgruppen an konkreten Bausteinen: von pädagogischen Konferenzen und der Prävention von Schulabsentismus über störungspräventive Klassenführung bis hin zum gemeinsamen Handeln als Schulgemeinschaft. Konzepte werden erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Dazu gehören etwa ein gut gestalteter Start für neue Klassen, gemeinsame Rituale und Leitfäden für Gespräche.
Für Schülerinnen und Schüler bedeutet das vor allem mehr Verlässlichkeit, Orientierung und persönliche Ansprache. Eine respektvolle Lernatmosphäre kann dazu beitragen, dass sie sich sicherer fühlen, sich stärker beteiligen und Konflikte konstruktiver lösen. Lehrkräfte können Bedürfnisse und individuelle Lernvoraussetzungen besser wahrnehmen; zugleich sollen klare, abgestimmte Vorgehensweisen Störungen vorbeugen und die Zusammenarbeit stärken.
Das Projekt ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess: Die Schule erprobt die Ansätze schrittweise, begleitet sie durch Austausch und Fortbildungen und verankert bewährte Elemente nachhaltig im Schulalltag. So entsteht die Grundlage für eine Lernkultur, in der fachliches Lernen und tragfähige Beziehungen zusammengehören.
