Wie läuft eine Landtagswahl organisatorisch tatsächlich ab? Welche formalen Anforderungen gelten für Wahllokal, Wahlurne und Stimmzettel? Und wann ist eine Stimmabgabe gültig – oder eben nicht?
Mit diesen Fragen setzten sich die angehenden Verwaltungsfachangestellten der Kaufmännischen Schule Künzelsau im Unterricht ganz konkret auseinander – und verwandelten ihr Klassenzimmer kurzerhand in ein vollständiges Wahllokal.
Möglich machte dies Yvonne Bader, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales beim Landratsamt Hohenlohekreis. Zahlreiche Wahlen auf kommunaler Ebene hat sie in der Vergangenheit organisiert und geleitet. Ihr Praxiswissen und Ihre Erfahrung brachte sie nun unmittelbar in den Unterricht ein – passgenau zur bevorstehenden Landtagswahl am 8. März.
Nach einer fundierten Einführung in Aufbau und Aufgaben des Landtags sowie in die Grundlagen des Wahlrechts wurde es praktisch: Die Schülerinnen und Schüler übernahmen sämtliche Rollen eines Wahlvorstands. Sie richteten das Wahllokal ein, prüften Wahlscheine und Personalien, betreuten die Urne, gaben selbst ihre Stimmen ab und führten im Anschluss die Auszählung durch. Dabei wurden auch typische Zweifelsfälle diskutiert – etwa wann ein Stimmzettel als ungültig zu werten ist und wie mit unklar gekennzeichneten Stimmen umzugehen ist.
Besonders wertvoll: Rund die Hälfte der Klasse wird bei der Landtagswahl selbst als Wahlhelferin oder Wahlhelfer im Einsatz sein. Die Simulation bot ihnen somit eine realitätsnahe Vorbereitung auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe.
Für die Kaufmännische Schule Künzelsau ist die Einheit ein Beispiel für die enge Verzahnung von Verwaltungspraxis und schulischer Ausbildung. „Unsere Auszubildenden sollen demokratische Prozesse nicht nur theoretisch kennen, sondern deren Organisation und Verantwortung konkret erleben“, so Schulleiter Patrick Wagner.
Mit dem Wahllokal im Klassenzimmer wurde Demokratie nicht abstrakt vermittelt – sondern erfahrbar gemacht.
