Eigentlich hätte er es besser wissen müssen, als er sich etwas blass auf die Bank setzte. Hatte er sich mit der Silver Star als erste Attraktion doch etwas übernommen? Zumal er auch keinen Rucksack dabeihatte, der Proviant zur Stärkung beinhaltet hätte. Zum Glück stabilisierte sich sein Kreislauf nach einigen Minuten wieder. Fortan sollten es für den Schüler aber eher ruhigere Achterbahnen sein. Das Ziel der Abschlussfahrt der Klasse 1BK2W1, der Europapark bei Rust, war ja von der Klasse selbst bestimmt worden. Und die meisten Schüler ließen sich auch in mehr oder weniger „anstrengenden“ Achterbahnen durchschleudern. Adrenalin pur.
Zugegeben, etwas chaotisch und kurzfristig war die Organisation schon. Abenteuerlichen Vorschlägen wie Trekking mit Zelt in Schweden oder spontanen Kurztrips nach Amsterdam oder Paris wurde vermutlich bei den Klassendiskussionen in den Wochen zuvor zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wer organisiert das eigentlich alles? Und noch viel dringender: Welche Lehrkräfte kommen zur Betreuung mit?
Letztendlich konnte man sich auf Folgendes einigen: Die Lehrkräfte Anja Buck und Ulrich Lauer sollten die Klasse am 8. und 9. Juni in den Europapark und anschließend nach Freiburg begleiten. Und das taten sie dann auch gerne.
Wir trafen uns am Morgen vor dem Haupteingang zum Europapark. Die Schüler hatten sich selbst und problemlos zu Fahrgemeinschaften organisiert und waren pünktlich. In Kleingruppen durften die Schüler den Park nun erkunden. Viele machten sich sofort zielstrebig auf den Weg zur Silver Star, eine Achterbahn, die mit 4 g auf knapp 130 km/h beschleunigt und vermutlich auch genauso schnell wieder abbremste. Nur die neue Voltron fährt sich noch „ungemütlicher“, was einige Schüler bestätigen konnten. Wer den Europapark kennt, weiß aber, dass es nicht nur Achterbahnen gibt, sondern auch andere Attraktionen, sodass für jeden etwas dabei war. Das geplante Picknick an einer ruhigeren Ecke des Parks war bei den Schülern dagegen nicht so beliebt. Erstens, weil der Park irgendwann mal schließt und man ja noch genug Programm vor sich hatte. Und zweitens, weil viele Schüler auch kein Essen oder Trinken dabeihatten.
Der angekündigte Regen kam dann doch schneller als erwartet, was nicht so schlimm war, da wir ja noch nach Freiburg wollten, um dort in unser Hotel einzuchecken. Das verlief wie geplant. Wir fuhren anschließend gemeinsam mit der Straßenbahn ins Zentrum und fanden im Restaurant 60 seconds to Napoli noch einen langen Tisch für 25 Personen. Dort gab es nur Pizza, sollte für alle also kein Problem sein. Bis auf einen Schüler, der keine Pizza mag, wurden wir auch alle satt (Anmerkung der Redaktion: Wer bitte mag denn keine Pizza?!). Die Schüler wollten danach noch etwas die Stadt erkunden, was in Kleingruppen dann auch gemacht wurde. Eine coole Cocktailbar habe man entdecken können, wie anschließend erzählt wurde. Zur ausgemachten Uhrzeit waren alle wieder im Hotel und die Klasse hielt vorbildlich ihr Wort.
Nach dem Frühstück sollte es dann doch etwas Kultur im Programm geben. Wir besuchten das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus in der Innenstadt. Vieles bezog sich zwar auf die Stadtgeschichte von Freiburg, aber in den Ausstellungsbereichen der allgemeinen Geschichte zur damaligen Zeit konnten man immer wieder auch einzelne Schüler beobachten, die tief in das Thema eintauchten. Andere Grüppchen interessierten sich für die Namen der Opfer und löcherten den Fachlehrer Ulrich Lauer mit zahlreichen Fragen zum Nationalsozialismus.
Eigentlich ist Freiburg dafür bekannt, durch seine zahlreichen Sonnenstunden verwöhnt zu sein. Davon haben wir leider nichts mitbekommen. Viele Regenschauer ließen den Stadtbummel daher wenig attraktiv erscheinen. Wir beschlossen, das Programm abzukürzen und beendeten die Klassenfahrt mittags mit einer gemeinsamen Feedbackrunde. Anschließend fuhren wir in Fahrgemeinschaften wieder nach Hohenlohe.
Was bleibt? Sicher war der Ausflug kurz und viele Schüler hätten sich die Klassenfahrt zeitlich etwas länger und räumlich auch internationaler gewünscht. Gelobt wurden jedoch der abwechslungsreiche Europapark sowie die Möglichkeiten, bei der Gestaltung recht viel mitzubestimmen zu dürfen, sodass der Ausflug unterm Strich sehr positiv wahrgenommen wurde.





